G/GESCHICHTE September 2011

Weltmacht Rom – Der Siegeszug der Legionen

Liebe Leserinnen und Leser!

„Weder in Raum noch Zeit eine Grenze. Eine Herrschaft ohne Ende habe ich ihnen vergönnt.“ Diese Prophezeiung Jupiters an die Römer, wie man sie in der „Aeneis“ des Vergil lesen kann, sagt alles über das Sendungsbewusstsein dieses Volkes aus. Roms Willen zur Macht kannte keine Gnade und duldete keine Rivalen. Man mochte Schlachten verlieren, niemals Kriege. Selbst angesichts katastrophaler Niederlagen waren Friedensverhandlungen niemals eine Option – stattdessen erklärte der Senat den totalen Krieg, mobilisierte alle Kräfte und opferte bereitwillig das Blut der Jugend für den Endsieg. Mit dieser unbarmherzigen Härte gegen sich selbst und die Feinde wurde zuerst Italien unterworfen, dann das verhasste Karthago ausgeschaltet und schließlich das gesamte Mittelmeer zu einem römischen Binnenmeer, einem Mare Nostrum, gemacht.

So brutal und unbarmherzig Rom als Eroberer war, so maßvoll zeigte es sich als Herrscher. Man konnte sich mit dem neuen Machthaber arrangieren, und zuweilen brachte es sogar Vorteile, in einer Provinz des römischen Imperiums zu leben. Nach wenigen Jahrzehnten unter dem römischen Adler waren ganze Völker assimiliert, lebten den „Roman way of life“, und selbst ihre alten Götter glichen sich den römischen Vorbildern immer mehr an. Auch die Armee war ein Instrument der Romanisierung. Wer 25 Jahre treu in den Hilfstruppen diente, erhielt mit seiner Abfindung zugleich das römische Bürgerrecht. Diese Fähigkeit zur Integration unterscheidet die Römer von vielen anderen Eroberern der Weltgeschichte und ist das vielleicht am meisten unterschätzte Erfolgsgeheimnis des Imperiums. Doch ganz wurde die Prophezeiung des Jupiters zu keinem Zeitpunkt Realität. Im Osten herrschte ein Gleichgewicht des Schreckens mit dem Großreich der Parther.

Roms schlimmster Albtraum aber waren die Germanen, unruhig, unberechenbar und unbezähmbar. Arm und von Hungersnöten bedroht war Germania die Dritte Welt der Antike. Wenn die Barbaren den Limes überwinden könnten, wäre Roms Zeit abgelaufen.

 

Ihr, Euer

Dr. Klaus Hillingmeier
Chefredakteur G/GESCHICHTE

 

Schwerpunkt dieser Ausgabe

Die Triumphe der Wölfin
Roms Aufstieg

Pyrrhos Siege
Rom wird Italien

Tausend Jahre Kampf
Eine Romchronik

Ehrgeizige Eroberer
Rom versus Italiker

Kriegsdienst als Bürgerpflicht
Die Armee der Republik

Karthago muss zerstört werden!
Rom versus Punier

Das Ende einer Legende
Rom versus Makedonen

Teutonisches Wüten
Rom versus Germanen

Gesprengte Ketten
Der Spartacus-Aufstand

Kampfmaschine
Die römische Armee

Nie war das Imperium größer
Rom versus Daker

Die Ostfront
Rom versus Parther

Die Boten des Todes
Der Untergang des römischen Reiches

 

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Blickpunkt
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