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Römer gegen Boudicca

Londons Aufstieg zur Hauptstadt

Die römische Besetzung Großbritanniens entfachte zermürbende Unruhen. Neuere Forschungen legen jetzt nahe: Londons Aufstieg begann mit einem Aufstand der Kelten.

Statue Boudiccas vor Big Ben

Statue in Erinnerung an Königin Boudicca vor dem Londoner Wahrzeichen Big Ben | © Istockphoto.com/Oversnap

Kaiser Claudius hatte nach seiner Eroberung Britanniens 43 n. Chr. noch Colchester zur Hauptstadt der Provinz gewählt, das bis dahin eine ähnliche Funktion für die einheimischen Stämme hatte. Seine Position war noch instabil, mit der Wahl Colchesters setzte er ein klares Zeichen gegenüber den Kelten.

Etwa 20 Jahre später fürhrte Boudicca, Königin der Icener, die wohl berühmteste Rebellion gegen die Römer an. Ihr – letztlich erfolgloser –  Kriegszug hinterließ ein zerstörtes London und Colchester. Die Römer scheinen das für einen Neuanfang genutzt zu haben, wie die britische Website „The Independent“ berichtet.

Experten vom Museum der Archäologie Londons (MOLA) haben nun Ruinen einer römischen Festung in London ausgegraben. Eine ähnliche Festung hatten die Römer aber in Colchester nicht mehr gebaut. Das, so meinen die Experten, könnte zeigen, dass die Römer ihre Hauptstadt von Colchester nach „Londinium“ verlegt hätten.

Strategischer Vorteil für London

London hatte demnach einige strategische, wirtschaftliche und politische Vorteile für die Römer. So war es dort zum Beispiel einfacher, eine Brücke über die Themse zu bauen oder Handel zu treiben. Der Niedergang der Aufstände stärkte die römische Position in Großbritannien, nun mussten sie auch keine Rücksicht mehr auf die Stimmungslage der britischen Stämme nehmen.

Die Festung, so schätzen Historiker, konnte 500 bis 800 Truppen beherbergen. Unter ihrem Schutz konnte die neue Hauptstadt wachsen. Dazu bauten die Römer ein Forum, ein Amphitheater, mehrere Bäder: Investition, die Colchester nach Boudiccas Aufständen jedenfalls nicht zugutekamen.

Joshua Stein

Zuletzt geändert: 19.05.2016