G/Spezial Die Habsburger

G/GESCHICHTE Spezial

Die Habsburger – Die mächtigste Dynastie Europas

Liebe Leserinnen und Leser!

Unsere Monarchie ist gegründet auf der Frömmigkeit: Auf dem Glauben, dass Gott die Habsburger erwählt hat, über soundso viel christliche Völker zu regieren“, liest man in Joseph Roths Roman „Radetzkymarsch“. Und tatsächlich zieht sich das Motiv der Festigkeit im katholischen Glauben wie ein roter Faden durch die Chronik dieser Dynastie: Am Anfang steht die Legende vom tiefen Respekt des Grafen Rudolf vor dem Leib Christi, am Ende die Seligsprechung des letzten österreichischen Kaisers Karl I. durch Johannes Paul II. im Oktober 2004.

„Alles Erdreich ist Österreich Untertan.“ Diese Devise Kaiser Friedrichs III. zeugt vom Machtwillen der Habsburger, die durch eine geschickte Heiratspolitik ihr Reich genauso ausdehnten wie durch Eroberungen. Als Franz Joseph 1848 zum Kaiser von Österreich gekrönt wurde, trat er kein leichtes Erbe an. Trotz des Ausgleiches mit den Ungarn von 1867 war der Vielvölkerstaat in Zeiten des Nationalismus ein zum Untergang verdammter Anachronismus. Doch Wiens Fin de Siècle leuchtete dank Künstlern wie Mahler, Klimt oder Hofmannsthal.

„Dieser aufgelöste Verein jovialer Scharfrichter“, spottete 1919 der Satiriker Karl Kraus über die zerschlagene k. u. k. Monarchie. Und was ist vom Habsburgerreich geblieben? Nur diese süßliche Melange aus Hofreitschule, Opernball und Sisi-Kitsch? Nein. Denn trotz aller politischen Missstände hat die Welt der Habsburger auch Visionen hervorgebracht, die für ein modernes Europa wegweisend sind. Das strahlendste aller dieser Ideale war sicher die Vorstellung, „dass Humanität großartiger als Nationalität ist“ (Joseph Chmel).

Ihr/ Euer
Dr. Klaus Hillingmeier
Chefredakteur
G/GESCHICHTE

 

Themen dieser Ausgabe

Rudolf von Habsburg
Er legte den Grundstein für die Dynastie

Maximilian I.
Mehr als „der letzte Ritter“

Bankiers der Macht
Wie die Fugger Kaiser machten

Heirate, glückliches Österreich
Erfolg durch strategische Ehen

Karl V.
Die Vision vom katholischen Weltreich scheitert

Die Wiener Hofreitschule
gelebte Habsburger Tradition

Rudolf II.
Ein Exzentriker auf dem Kaiserthron

Die Osmanen vor Wien
Habsburger Hauptstadt unter Belagerung

Maria Theresia
Monarchin, Mutter, Katholikin

Schicksal der Habsburger Frauen
Kinder, Kaiser, Kunst

Siebenjähriger Krieg
Friedrich der Große und Maria Theresia kämpfen um Schlesien

Franz II./I.
Napoleon und das Ende des Heiligen Römischen Reiches

Napoleons Erbe
Der Herzog von Reichstadt

Franz Joseph
68 Jahre auf dem Thron

Kaiserin Sisi
Wie war sie wirklich?

Thronfolger Rudolf
Sisis Sohn begeht Selbstmord

Maximilian von Mexiko
Ein Habsburger verspielt sein Leben in Übersee

Die k. u. k. Armee
Wie die Streitkräfte der Donaumonarchie funktionierten

Imperiales Wien
Um 1900 Hochburg der Kunst, Literatur, Musik und Architektur

Pulverfass Balkan:
Ein Kaiser, elf Nationen

Karl der Letzte
Der Kampf der Habsburger gegen ihre Abschaffung

Etikette bis in den Tod
Bestattungsrituale der Habsburger

Keine Heldenverehrung
Habsburger-Experte Karl Vocelka im Interview

 

 

 

G/Wissen Das Kloster

G/GESCHICHTE WISSEN

Geheimnis Kloster – Die Sehnsucht nach der großen Stille

Liebe Leserinnen und Leser!

Sie haben ziemliches Aufsehen erregt, jene Stellenanzeigen, die im letzten November in der Schweiz zu lesen waren. Gesucht wurden Sozialarbeiter, sowie Krankenpfleger und -therapeuten, aber auch Mechaniker, Köche, Elektriker und Gärtner – und das alles in einer Lebensstellung mit hundertprozentiger Garantie. Im Kleingedruckten war dann weiter zu lesen: „Wir bieten Ihnen keine Bezahlung, sondern Spiritualität und Gebet, Kontemplation, eine egalitäre Lebensform, Freiheit von persönlichem materiellen Reichtum und von dem üblichen Zweierbeziehungsmodell. Wir bieten … Lebenssinn und Leben in einer Gemeinschaft in solidarisch getragener sozialer Sicherheit … “ Inserent war die Schweizer Kapuzinerkongregation, die auf diese ungewöhnliche Weise neue Ordensmitglieder suchte.
 
Nachwuchsmangel plagt heutzutage alle religiösen Orden in der westlichen Welt; die monastische Lebensform ist bei uns unbestreitbar in einer Krise. Nicht zum ersten Mal in ihrer bald zweitausendjährigen Geschichte, und noch immer folgten den Krisen Zeiten von Aufschwung und neuer Blüte. Was macht aber das Geheimnis dieser Lebensentscheidung aus, die einer Existenz für Gott und den Mitmenschen all das opfert, was der Mehrheit so wichtig ist: Besitz, Selbstbestimmung, Freiheit, Familie?Welche anderen – ihnen wichtigeren – Gewinne ziehen Mönche und Nonnen aus dem Leben in der Kloster-gemeinschaft? Mit 50 Blickpunkten wollen wir dieses zeitlose und den Zeiten widerstehende Phänomen näher betrachten und zu erklären versuchen. Wir hoffen, dass auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, dadaurch die spirituelle Dimension eines Lebens nachvollziehen können, das sich von der Welt abgewandt hat, um für das Heil der Welt zu  wirken.
 
Und diese Spiritualität wirkt auch und gerade im 21. Jahrhundert über die Klostermauern hinaus. Es ist verblüffend: Während in den Abteien viele Novizenzimmer leer stehen, gibt es für die Gästezimmer lange Wartezeiten. Das Angebot, einige Tage als Gast im Kloster mit leben zu können, trifft ganz offensichtlich einen Nerv der Moderne. Wo sonst kann man Ruhe suchen und Stille erfahren, in sich hineinhören und gleichzeitig verständnisvolle Zuhörer finden? Für die Fragen zu „Gott und die Welt“ gibt es wohl keinen geeigneteren Rahmen. Wir freuen uns jedenfalls, Ihnen zu diesem aktuellen Aspekt des Geheimnisses Kloster Anregungen und Tipps geben zu können.
 
Dr. Franz Metzger
 
Herausgeber
G/Geschichte
Ludwig II. cover

Themen dieser Ausgabe

Leben oder gelebt werden
Pater Anselm Grün im Gespräch über die Botschaft des Mönchtums

Die Geschichte des Möchtums
Das Phänomen, Antonius in Ägypten, die ersten Regeln für das Klosterleben, das Abendland der Mönche, sie hohe Zeit der Klöster, Klosterleben in den Städten, Klostersturm in der Reformation, der Neubeginn und das Ordensleben fürs 21. Jahrhundert sowie viele andere historische Aspekte …

Die Regeln des Mönchtums
Die Ausbildung im Kloster, das Gelübde, die Ordenstracht, der Tagesabluf, Ora et Labora, Das Leben in der Gemeinschaft, Schweigen, Schlichtheit und Einsamkeit sowie viele andere Regelungen des Ordenslebens …

Das Leben im Kloster
Das Stundengebet, die Messe, die täglichen Pflichten, das Kapitel, die Gastfreundschaft, Zeit für sich selbst und Zeitgefühl sowie Zeiterfahrung und viele weitere Programmpunkte im Leben eines Mönches …

Die Kultur der Klöster
Handwerk und Kunst, die Architektur der Klöster, die Sängermönche von Heiligenkreuz, heilige Bilder, Literatur sowie viele weitere kulturelle Aspekte …

Zu Gast im Kloster
Alles was man zu einem Klosteraufenthalt als Gast wissen sollte und viele andere wichtige Informationen …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

G/Spezial Casanova

G/GESCHICHTE Spezial

Casanova – Spielsucht, Frauen und Gefängnis

Liebe Leserinnen und Leser!

„Da ich mich für das andere Geschlecht geboren fühlte, habe ich es stets geliebt.“ Als Verführer scheint uns Casanova vertraut, doch kennen wir ihn wirklich? Er war kein „Aufreißer“ oder Pick-up Artist, wie man die Spezies jagender Männer heute nennt. Er schätzte und respektierte die Frauen, gepflegte Konversation gehörte bei ihm zum Liebesspiel. Zu den vielen Schönheiten, die er bewunderte, zählte auch die 13-jährige Louise O’Murphy (Titelbild), die Geliebte des französischen Königs Ludwig XV. Doch in den Zeiten der Syphilis war Promiskuität ein riskantes Spiel: Wie viele seiner Zeitgenossen war auch Casanova Opfer dieser lebensbedrohenden Krankheit.

„Süß ist es, alles zu wissen.“ Seine außergewöhnlich Bildung und Intelligenz zogen die Menschen in den Bann des Venezianers: Theologie, Medizin, Chemie oder Hydraulik und Kryptologie – er konnte bei jedem Thema mitreden. Neben den berühmten Memoiren hinterließ uns Casanova auch eine Geschichte Polens und eine mathematische Abhandlung über das sogenannte delische Problem – die Verdopplung eines würfelförmigen Körpers.

„Wer das Leben nicht liebt, ist des Lebens nicht würdig!“ In der Freude am Diesseits ist Casanova ein Kind seiner galanten Epoche. Und Frauen waren nicht sein einziges Laster. Mindestens genauso liebte er exquisites Essen, Glücksspiel und mondäne Gesellschaften. Für meine Kollegin Sabine Anders, die für dieses Heft federführend war, ist aber ein anderer Aspekt von Casanova am faszinierendsten: „Seine instinktive, hartnäckige Überzeugung, dass für ihn immer alles gut enden würde.“ Vielleicht war dies das Geheimnis seines Erfolges.

Ihr, Euer

Dr. Klaus Hillingmeier
Chefredakteur

Themen dieser Ausgabe

Der Venezianer
Wie seine Heimatstadt Venedig Casanovas Lebensgefühl prägte

Lehrjahre einer Legende
Kindheit und Jugend

Die Jagd nach Geld
Casanova und das Glücksspiel

Die Flucht aus den Bleikammern
Beginn eines Mythos

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
Casanovas Haltung zur Aufklärung

Der rastlose Verführer
Die Frauen in seinem Leben

Gefahren der Promiskuität
Wie sich das galante Zeitalter vor der Syphilis schützte

In der High Society
Casanovas Begegnungen mit Päpsten, Königen, Voltaire und anderen Berühmtheiten

Im Bann der Dämonen
Casanova als Alchemist

Der Wissenschaftler
Casanovas Interesse für Medizin, Bergbau und Elektrizität

On the road again
Warum Casanova ständig auf Achse war

Inzest und Rauchverbot
Sechs unbekannte Seiten

Casanova als Spitzel
Seine Arbeit für die Staatsinquisition

Endstation Böhmen
Lebensabend als Bibliothekar

Die Memoiren
Aus Literatur wird Pornografie

Noch mehr Lust und Laster
Die geheimen Tagebücher von Weinsberg, Pepys und Boswell

Die große Leere
Casanova als Filmheld

Warum Casanova heute fasziniert
Der britische Schauspieler und Casanova-Biograf Ian Kelly im Interview

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

G/Spezial Die DDR

G/GESCHICHTE Spezial

25 Jahre Mauerfall – Der Sieg der Freiheit

Liebe Leserinnen und Leser!

Es sollte das bessere Deutschland sein, ein Staat ohne Kapitalisten und Junker, ohne Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Doch die Gründerväter der DDR kamen aus der brutalen Schule Stalins. Schon bald kontrollierte die SED das gesamte Leben, gestützt auf Volkspolizei und die Rote Armee. Als am 17. Juli 1953 die Arbeiter streikten, rollten die sowjetischen Panzer an. Im August 1961 kapitulierte das SED-Regime endgültig vor der Freiheit. Mit dem Mauerbau wurde ein ganzes Volk in Geiselhaft genommen, wer die DDR legal verlassen wollte, musste mit Repressalien rechnen, wer illegal zu fliehen versuchte, riskierte sein Leben.

Der Stasi-Staat war zugleich Heimat für viele seiner Bürger. Natürlich wurden die Menschen immer wieder auf die politische Linie geeicht – Schule, Jugendweihe und Maiparaden. Wer übermäßigen Individualismus suchte und intellektuelle Freiheit, dem wurden sehr schnell seine Grenzen aufgezeichnet. Doch es gab behagliche Nischen und kleine Fluchten. Und wenn der Lebensstandard nicht mit der westlichen Konsumgesellschaft konkurrieren konnte, so waren zumindest Arbeitslosigkeit und Abstiegsängste Fremdwörter in der DDR. Vor 25 Jahren fiel die Mauer, doch die Geschichte der DDR ist noch lange nicht abgeschlossen. Vieles ist für westdeutsche Augen äußerst irritierend: Immer noch gilt es, die offenen Wunden des SED-Regimes zu heilen, immer noch ist das ganze Ausmaß der Stasi-Tätigkeit nicht aufgeklärt – und gleichzeitig feiern Menschen Ostalgie-Partys im Blauhemd der Arbeiterjugend.

Das letzte Wort zur DDR möchte ich daher dem Ostdeutschen Schriftsteller Hermann Kant überlassen: „Das Beste an der DDR war der Traum, den wir von ihr hatten.“

Ihr, Euer
Dr. Klaus Hillingmeier
Chefredakteur G/GESCHCHTE

DDR

Themen dieser Ausgabe

Neues Deutschland – 25 Jahre nach dem Mauerfall
Die deutsche Einheit ist eine Erfolgsstory

Eine Nation, zwei Länder
Warum die Siegermächte Deutschland spalteten

Die Partei hat immer Recht
Pseudo-Demokratie und SED-Herrschaft im Arbeiter- und Bauernstaat

Moskaus Männer
Pieck, Grotewohl und Ulbricht

„Greif zur Feder, Kumpel!“
Schriftsteller in der DDR

Ein Staat riegelt sich ab
Der Bau der Mauer

Stacheldraht und Todesstreifen
Die perfide ARchitektur der Grenzanlagen

Die Staatssicherheit
Überwachung, Einschüchterung und Terror als Mittel der Stasi

Trabi, FKK und der diskrete Charme des Plattenbaus
Das DDR-Museum in Berlin

Für die Edle Sache des Sozialismus …
Pioniere, FDJ und Gewerkschaftsbund

Mangelwirtschaft und kleine Nieschen
Ella Gabri erinnert sich an den DDR-Alltag

Genosse Erich
Die Geschichte des linientreuen Kommunist Honecker

Wahrheit statt Anpassung
Brüsewitz, Biermann und die Opposition in der DDR

Wir sind das Volk!
Die friedliche REvolution der Bürger stürzt das SED-Regime

Lebenslänglich
Die seelischen Wunden eines Stasi-Opfers

Good Bye Lenin!
Auf der Kinoleinwand hat die DDR überlebt

„Die Integration ist ein Werk für Generationen“
Lothar de Maiziére im Interview

Im Bett mit Erich Honecker
Ostels, Soljanka und Partys im FDJ-Hemd – die Ostalgie

Kreativität in Zeiten der Spießigkeit
Kunst in der DDR

Grenzenloser Erfolg
DDR-Berühmtheiten