| TagCloud | | |  | |
04.06.2011, 18:38
|
#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 23.02.2008 Ort: Deutschland
Beiträge: 5.827
| 70. Todestag Wilhem II. Zum 70. Todestag von Wilhem II. hat die SZ online ein Interview mit John Röhl veröffentlicht, was ich hoch interessant finde und hier verlinke.
Ein Lesen lohnt sich: 70. Todestag von Deutschlands letztem Kaiser - "Wilhelm II. sah in Hitler seinen Vollstrecker" - Politik - sueddeutsche.de
Ein Ausschnitt zu seinen Beratern: Zitat: | Röhl: Brave Staatsbeamten, Hofschranzen und Offiziere wie der Generalstabschef von Moltke und Admiral von Tirpitz, lauter Ja-Sager, Einflüsterer und Militaristen. Wilhelms hatte ein höfisches System eingeführt, wie es vor der Französischen Revolution in Versailles geherrscht hatte. Die Ratgeber, mit denen er sich umgab, wirkten sich katastrophal auf ein Land aus, das blühte. Dieses Kaiserreich war damals der erfolgreichste Staat der Welt: wirtschaftlich, wissenschaftlich, kulturell, auch in sozialreformerischer Sicht. Man bekommt Gänsehaut, wenn man bedenkt, dass dieses florierende Land mit seinen etwa 70 Millionen Menschen von einem solchen System geleitet wurde. Es war zwar das Zeitalter des Imperialismus, auch andere Staaten waren expansiv ausgerichtet. Aber dieser Krieg brach nicht zuletzt wegen des deutschen Kaisers aus. Wilhelm hat das Klima geschaffen, das Deutschland, Europa und die Welt in das große Blutvergießen führte. Der Kaiser und seine Entourage träumten davon, zur Weltmacht durchzubrechen - wenn nötig mit Hilfe eines Krieges.
|
__________________ Nette Begegnungen und viele Grüße "Vergessen scheint, dass die europäische Integration uns sechzig Jahre lang Frieden beschert hat; dass der europäische Wirtschaftsraum zu einem der wohlhabendsten und größten der Welt herangewachsen ist; dass hier so viel Menschen in Freiheit leben können wie noch nie zuvor."
~ K. Polke-Majewski |
| |
04.06.2011, 20:50
|
#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Der wird ja ganz schön schlecht dargestellt - wahrscheinlich zu Recht. Aber irgendwie hatte er auch freundliche Seiten. Er schlief zum Beispiel manchmal im Bahnhof - er war ein echter Eisenbahn-Freak - und dann mussten die Züge ganz besonders leise vorbeifahren. Irgendwie macht ihn das für mich sympathisch. Aber ein Mensch hat ja viele Seiten und kann sich im Leben in seiner Persönlichkeit auch total ändern.
__________________ Wir gründen das beste Forum für Geschichte!!! |
| |
04.06.2011, 21:28
|
#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 02.03.2009 Ort: Göppingen
Beiträge: 2.484
| Zitat:
Zitat von Maxdorfer er war ein echter Eisenbahn-Freak | Auch noch. Marine-Freak und Uniform-Freak war er ja schon.
Ich glaube, zwischen ihn und Tirpitz passte kein Blatt Papier, schwer zu sagen, wer da die Triebfeder des Flottenwettrüstens war.
__________________
objects in the rear view mirror may appear closer than they are
Geändert von Triton (04.06.2011 um 22:23 Uhr).
|
| |
04.06.2011, 21:57
|
#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 01.08.2010
Beiträge: 598
| Der gefährlichste Deutsche aller Zeiten....
__________________ Nicht die Bösartigkeit richtet das meiste Unheil an, sondern die Dummheit. Alexandre Dumas |
| |
05.06.2011, 08:07
|
#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Zitat:
Zitat von Triton Auch noch. Marine-Freak und Uniform-Freak war er ja schon.
Ich glaube, zwischen ihn und Tirpitz passte kein Blatt Papier, schwer zu sagen, wer da die Triebfeder des Flottenwettrüstens war. | Mich erinnert das an einen gemütlichen älteren Herrn, der Eisenbahnfreak ist. Irgendwie ist das sympathisch für mich. Auch wenn der Rest von ihm nicht umbedingt sympathisch ist...
__________________ Wir gründen das beste Forum für Geschichte!!! |
| |
05.06.2011, 08:11
|
#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Zitat:
Zitat von Hornblower Der gefährlichste Deutsche aller Zeiten.... | Ich wäre da vorsichtiger. Es gibt viele, die an sein "Niveau" herankommen: Hitler, Luther (hat auch ziemlich viele Kriege ausgelöst) etc. Aber es kann schon sein, dass Wilhelm dann auf Platz eins steht. Das ist ja auch schwer nachzuprüfen. Gefährlich heißt ja auch nicht umbedingt, dass er den meisten Schaden anrichten KÖNNTE, nicht, dass er den meisten Schaden anrichtet.
Dass dein Satz wörtlich heißen würde, dass Wilhelm für uns Deutsche heute noch der gefährlichste ist, lasse ich mal zur Seite; ich denke, das hast du nicht so gemeint.
__________________ Wir gründen das beste Forum für Geschichte!!! |
| |
05.06.2011, 10:19
|
#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 02.03.2009 Ort: Göppingen
Beiträge: 2.484
| Zitat:
Zitat von Maxdorfer Hitler | Seit wann ist Braunau deutsch? Zitat:
Zitat von Maxdorfer Luther | Ach herrje, wegen der Aufspaltung der Kirche? Zitat:
Zitat von Maxdorfer Aber es kann schon sein, dass Wilhelm dann auf Platz eins steht. | Nein das kann nicht sein. Europa war zu Beginn des 20.Jahrhunderts ein instabiles Gebilde mit zahlreichen, ungelösten Problemen. Saudumm war auch, dass die erwähnte, wirtschaftliche und militärische Potenz des Kaiserreichs sich nicht im Rang einer Weltmacht widerspiegelte. Dem Kaiserreich fehlte es an natürlichen Ressourcen, die damals noch als unentbehrlich für den Hegemonialstatus angesehen wurden. Langfristig konnte das nicht gutgehen.
Man darf auch nicht vergessen: Es war die Zeit des ungestümen Bevölkerungswachstums, ein Überschuß an jungen Männern ist der ideale Nährboden für eine aggressive und imperialistische Außenpolitik.
Wilhelm II war ein Kind seiner Zeit, etwas großspurig zwar und politisch tapsig, aber er legte keinen Sprengsatz in eine ansonsten friedliche Idylle.
__________________
objects in the rear view mirror may appear closer than they are
|
| |
05.06.2011, 10:26
|
#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 01.08.2010
Beiträge: 598
| Zitat:
Zitat von Maxdorfer Ich wäre da vorsichtiger. Es gibt viele, die an sein "Niveau" herankommen: Hitler, Luther (hat auch ziemlich viele Kriege ausgelöst) etc. Aber es kann schon sein, dass Wilhelm dann auf Platz eins steht. Das ist ja auch schwer nachzuprüfen. Gefährlich heißt ja auch nicht umbedingt, dass er den meisten Schaden anrichten KÖNNTE, nicht, dass er den meisten Schaden anrichtet.
Dass dein Satz wörtlich heißen würde, dass Wilhelm für uns Deutsche heute noch der gefährlichste ist, lasse ich mal zur Seite; ich denke, das hast du nicht so gemeint. | Bitte nehmen Sie nicht alles ernst, was ich hier von mir gebe! Ich meinte mit meinem Post eigentlich das Gegenteil. Selbstverständlich sah man in Wilhelm dem II. gescheiterte Monarchie in ihrer Reinform, aber ihn für Kriegsopfer verantwortlich machen zu wollen? Er war ein Kind seiner Zeit, und er handelte so. Der 1.Weltkrieg hat diesen sen(s)i(b)len Menschen zerstört, auch er hat schon im ersten Kriegsherbst eingesehen, dass der Krieg verloren war. Das deutsche Heer hatte seine Ordnung verloren, und das hat er gespürt und ihn zum Wahnsinnigen gemacht.
__________________ Nicht die Bösartigkeit richtet das meiste Unheil an, sondern die Dummheit. Alexandre Dumas |
| |
05.06.2011, 11:10
|
#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Zitat:
Zitat von Triton Seit wann ist Braunau deutsch?  | Gut, Hitler nehme ich zurück. Zitat:
Zitat von Triton Ach herrje, wegen der Aufspaltung der Kirche? | Er hat indirekt den Dreißigjährigen Krieg und ganz viele andere Kriege ausgelöst. Zitat:
Zitat von Triton Nein das kann nicht sein. Europa war zu Beginn des 20.Jahrhunderts ein instabiles Gebilde mit zahlreichen, ungelösten Problemen. Saudumm war auch, dass die erwähnte, wirtschaftliche und militärische Potenz des Kaiserreichs sich nicht im Rang einer Weltmacht widerspiegelte. Dem Kaiserreich fehlte es an natürlichen Ressourcen, die damals noch als unentbehrlich für den Hegemonialstatus angesehen wurden. Langfristig konnte das nicht gutgehen.
Man darf auch nicht vergessen: Es war die Zeit des ungestümen Bevölkerungswachstums, ein Überschuß an jungen Männern ist der ideale Nährboden für eine aggressive und imperialistische Außenpolitik.
Wilhelm II war ein Kind seiner Zeit, etwas großspurig zwar und politisch tapsig, aber er legte keinen Sprengsatz in eine ansonsten friedliche Idylle. | Es kann ja nur sein. Immerhin hat WIlhelm II. laut dem Interview den ersten Weltkrieg und damit auch den Versailler Vertrag ausgelöst. Wenn du vehement dagegen bist, welcher Mensch wäre denn für dich der gefährlichste Deutsche? Nur mal so aus Interesse.
__________________ Wir gründen das beste Forum für Geschichte!!! |
| |
05.06.2011, 11:11
|
#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Zitat:
Zitat von Hornblower Bitte nehmen Sie nicht alles ernst, was ich hier von mir gebe! Ich meinte mit meinem Post eigentlich das Gegenteil. Selbstverständlich sah man in Wilhelm dem II. gescheiterte Monarchie in ihrer Reinform, aber ihn für Kriegsopfer verantwortlich machen zu wollen? Er war ein Kind seiner Zeit, und er handelte so. Der 1.Weltkrieg hat diesen sen(s)i(b)len Menschen zerstört, auch er hat schon im ersten Kriegsherbst eingesehen, dass der Krieg verloren war. Das deutsche Heer hatte seine Ordnung verloren, und das hat er gespürt und ihn zum Wahnsinnigen gemacht. | Man könnte es aber auch ernst meinen.
__________________ Wir gründen das beste Forum für Geschichte!!! |
| |  | |
Powered by vBulletin® Version 3.6.8 (Deutsch) Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.1.0
Forum style by ForumMonkeys.com.
| |